Restrukturierung in Morro Jable geht weiter

Vergangenen Monat hat der Bürgermeister von Pajara, Alcalde Rafael Pordomo, den Kauf einer zentral gelegenen Immobilie unter Dach und Fach gebracht. Das ‘Casa del Mar’, bislang in Besitz der Sozialversicherung, ist einer der Eckpfeiler der geplanten Restrukturierungsmaßnahmen des Altstadtkerns in Morro Jable gewesen.

Der seit Jahren brach liegende Bau einer Tiefgarage, welche die engen Strassen von Morro Jable vom ruhenden Verkehr entlasten soll, musste aufgrund der langwierigen Verhandlungen über jenes Gebäude gestoppt werden.

Bereits ausgelagert aus diesem Block, in dem die lokale Außenstelle der Gemeindeverwaltung, die ‘Tenencia de Alcaldia’ und das Veranstaltungszentrum ‘Casa de Cultura’ untergebracht sind, ist das ehemalige ‘Centro de Salud’ (das Ärztezentrum) und die lokale Polizeidienststelle.

In einer Sitzung des Plenums der Gemeinde Pajara am 17. April wurden die neuen Pläne des Raumordnungsverfahrens, nach etlichen Jahren endlich an die geltenden Gesetze angepasst, bekannt gemacht. In der Vergangenheit hatte die Gemeinde Pajara, wie auch alle anderen Gemeindekreise auf Fuerteventura, ihre Hoheitsrechte in Bezug auf Baumaßnahmen verloren, da die Raumordnungsverfahren, die Baugenehmigungsverfahren und die Bauplanungen nicht an geltende Gesetze angepasst wurden, sondern nach Gutdünken - und aufgrund von Mehrheiten bei den Plenumssitzungen - nach ‘Gefühl’ genehmigt wurden.

Die neuen Pläne sehen vor, die Bebauung auf den als Hotelparzellen ausgewiesenen Grundstücken, genau: ‘Planes Parciales
Turisticos’, um durchschnittlich 25% zu minimieren; d.h. ein geplantes 1000-Betten-Hotel kann wohl weiterhin 1000 Betten in seinem Neubau einplanen, aber eben in einem um ein Viertel ‘abgespeckter’ Baumasse.

Der Einwohnerzuwachs in den kommenden zwölf Jahren in der Gemeinde Pajara (zur Zeit von der PSOE regiert) wird auf etwa 47.000 in total hochgerechnet; zum Vergleich: die vorhergehende Gemeinderegierung hatte diesen auf 65.000 Einwohner kalkuliert. Aktuelle Daten - über 2007 - gibt es nicht, in den Gemeinden wird z.Zt. mit Zahlen aus dem Jahr 2005 gerechnet, wobei allerdings hinlänglich bekannt ist, dass außer den offiziellerfassten 18.173 Residenten viele ‘Nicht-Gemeldete’ wohnen, essen, arbeiten, die Sozialleistungen und sonstige öffentliche Einrichtung in Anspruch nehmen (müssen) - nicht zu vergessen einige Tausend Halbjahres-Urlauber mit eigenem Grund- und Hausbesitz, sowie rund 30.000 sich täglich im Gemeindekreis aufhaltende Urlauber, die ebenfalls versorgt sein wollen und bei allen Kalkulationen, wie Infrastruktur (Wasser und Abwasser, Strom, Krankenversorgung, etc.) stets vergessen werden.

Eine enorme Steigerungsrate von jährlichen 10%, dazu die Entwicklungsstruktur, ähnlich einem Schneeballsystem, bringt in den kommenden 12 Jahren mehr als nur eine Verdopplung der derzeitigen offiziellen Zahlen. Hinzu zu rechnen ist die nicht annähernd schätzbare, ‘versteckte’ Einwohnerzahl. Hatte die vorhergehende Regierung (Coalicion Canaria) besser rechnen oder schützen können?

Ein Lichtblick ist die prozentuale Erhöhung des Bodens für den sozialen Wohnungsbau. Während der Gesetzgeber 25% des Urbanisierungsbodens per Gesetz (Ley de Suelo) für den öffentlichen Sozialwohnungsbau vorsieht, erhöht die Gemeinde diesen Faktor um weitere 5%. Eine Anhebung auf 12% der Gebäude im öffentlichen Wohnungsbau kommt einer Senkung des Bodenpreises zugute, laut Blas Acosta, dem Minister für Wohnungsbau in der Gemeinde. Und endlich soll es auch Wohnungen im öffentlichen Wohnungsbau in erster Strandlinie geben!

In Bezug auf die Erweiterung des touristischen Angebots, war zu hören, die Pläne bis ins Jahr 2020 sehen die Anlage verschiedener Golfplätze, Sporthäfen, großflächiger Grü�nanlagen und Sportanlagen vor.

Quelle : Fuerteventura Info Center
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