Erweiterung des neuen Flughafens vonnöten!

‘Exito’ oder ‘Exodus’? - das ist die Frage beim neuen Flughafen in Fuerteventura. Erst vor wenigen Jahren in Betrieb genommen, ist er schon zu klein geworden. Die ersten Erneuerungen und Erweiterungen sind schon in vollen Gange, allerdings nicht zur Begeisterung aller! Der Ministerrat hat Mitte April einstimmig beschlossen, zur notwendigen Erweiterung der Start- und Landebahnen 40 Privatgrundbesitzer zu enteignen. Die Grundstücke befinden sich allesamt in der kleinen Siedlung ‘El Matorral’, direkt hinter dem Flughafen in Richtung Costa Caleta (Caleta de Fustes).
Das Dekret, das schon im Jahre 2001 vom Ministerrat abgesegnet worden war, hat in diesen Tagen Aktualität bekommen. Der ständig zunehmende Flugverkehr und der - geplante - Einsatz größerer Maschinen lässt dem Flughafenbetreiber AENA keine andere Wahl. 
Seit der Inbetriebnahme des neuen Flughafens im Jahre 1997 war bekannt, dass der Flughafen schon bald an seinem Limit angekommen sein würde, welches jetzt erreicht zu sein scheint. 
Im Jahr 2002 starteten und landeten 32.619 Flugzeuge, sowohl spanischer wie auch ausländischer Fluggesellschaften und beförderten 3.619.939 Passagiere, d.h. einen Durchschnitt von 90 Flugzeugen, oder 10.000 Passagieren am Tag. Soweit die Statistik. Bedingt durch Hauptan- und Abreisetage, wie Samstage und Montage, kann dies variieren bis zu 250 Flugzeugen und mehreren Zehntausenden Fluggästen.
AENA, der Flughafenbetreiber in Spanien, rechnet sogar mit einer Zunahme der Verkehrs auf dem hiesigen Flughafen von bis zu 8.000.000 Passagieren jährlich in den nächsten zehn Jahren!
Das alles ist keine große Hilfe für die Anwohner, die im September diesen Jahres ihre Wohnungen und Häuser geräumt haben müssen. Viele von ihnen wohnen schon seit zehn, zwanzig Jahren oder ihr ganzes Leben in der Enklave. Häuser, die von Generation zu Generation in der Familie den Besitzer gewechselt haben, werden ebenso dem Boden gleich gemacht, wie eines der bislang besten Restaurants auf Fuerteventura, ‘El Molino’, welches vom Eigentümer bereits geschlossen wurde. Bislang wurden den zu Enteignenden noch keine Entschädigungen angeboten, sondern eben nur der offizielle Bescheid der Regierung, ihre Domizile bis September verlassen haben zu müssen, übersandt.
Die Unsicherheit unter den Grundstückbesitzern verstärkt sich zudem noch, da laut eines Schreibens des zuständigen Ministeriums bei einigen Fincas die tatsächliche Quadratmeterzahl erheblich geringer bemessen wurde als sie in Wirklichkeit ist, was für die betreffenden Eigentümer eine erhebliche Minderung bei der ausstehenden Entschädigung bedeuten würde. Mit aus diesem Grunde lassen sich mehrere betroffene Anwohner nun durch eine Anwaltskanzlei beraten und vertreten.

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